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Berliner Presseball 1990

Erst wenige Monate ist es her, dass die Mauer gefallen ist.
Der Kongress tanzt.

beobachtet von Michael Plümpe


Zitat Tucholsky;:
"Das grösste gesellschaftliche Ereignis der Weltzeit ist vorüber. Es war mehr als ein Ereignis, es war ein "evenement". Vor der Staatsloge staute sich die Menge und begann bald einem Anfall von Basedow zu erliegen. Vier Herren und zwei Damen quollen die Augen aus dem Kopf, die später eine willkommene Bereicherung der Tombola wurden. Die Regierung war - soweit man hier von einer Regierung sprechen kann - vollständig vertreten."

So begann Tucholsky im Jahr 1930 seinen Presseball bericht, und wie man sieht - es hat sic nicht viel verändert.

Das Thema des Abends war aber nicht die Politik, sondern zunächst einmal die Damenwelt - beziehungsweise deren stoffliches Drumherum.

Zitat Tucholsky:
"Eine Fülle schöner Frauen, sehr viel hintere Doppelraffungen aus strahlend leuchtender Chinakreppgeorgettealpakachinelle. Die Kleider sind durchweg lang, besonders unten. Ein Modell der Firma Hammerbach: "West-östlicher Diwan" erregte allgemeines Entzücken. Frau Generalarzt Poschke in Weiss. Henny Porten in blausa. Prinzessin Adalbert von Preussen: himmelblauer Samt - am Rande mit Gold abgefunden."

Das hätte es früher nicht gegeben: barfüssig, also nackten Fusses betraten einige Damen die Tanzfläche, nur um anderen Damen vorzuführen, was die Berliner Modemacher heutzutage so anzubieten haben. Bei einer mittleren Preislage von 5 tausend Mark. Was bei einigen Herren doch für eine gewisse Anspannung sorgte.

Völlig ungeeignet für Pressebälle ist dieses Modell. 25 Meter Stoff wurden da verarbeitet ! Nur, wo soll man die lassen bei dem Gedränge. Aber so war das schon immer. Max Pallenberg erklärte in den 20er Jahren, der Name Presseball käme daher, dass sich dort alles presse und balle.  Aber woher der Name tatsächlich kommt - wer weiss das schon ?
Herr Scheel - Wissen Sie's ?

O Töne:
Walter Scheel:: "...Mon Dieu … ich weiss es nicht..."
Walter Momper: "... Sagen sie's mir doch mal, dann weiss ichs ..."
Karl Dall: "... Dallhaus, meinen Sie ..."
Wolfgang Völz: "... Le bal, etwas rundes  ... was ganz ordinär ist..."

Tatsache ist: die Ballhäuser wurden ursprünglich für eine Art Federballspiel gebaut, das vor etlichen hundert Jahren in Mode war, und erst später wurden diese Sääle für Feste zweckentfremdet.
In den eigenen Ballerlebnissen kennt sich dafür die Prominenz immer noch bestens aus:
O Töne:
Helmut Kohl: "...Ja, das ist keine Kunst...ich tanz heut noch sehr gut..."
Frau Kohl:"... Würden Sie Ihren Mann als guten Tänzer bezeichnen ?  ... geheilt war..."
Walter Momper: "...Wenn ich nicht tanze arbeite ich..."
Frau Momper: "Tanzt Ihr Mann gut ? " ... " Grössere Tanzschule ... Foxtrott geht..."
Friedrich Schönfelder: "... Oh Gott, das ist lange her ... nein, meine Frau ist nicht sehr zufrieden mit mir..."

 


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