Das Indische Räderwerk


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Das Indische Räderwerk - Kapitel 7

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Das Indische Räderwerk
Auszug aus dem Drehbuch - Kap. 7
Der Picknickplatz am Meer ist ein besonderer Ort. Auch von hier aus kann man noch letzte Bittschriften und kleine Geschenke an die Götter schicken. Denn Ebbe und Flut, das Ein- und Ausatmen des Meeres im einklang mit den Gestirnen, ist ja das Ein- und Ausatmen Gottes. Was dem Meer übergeben wird, wird Gott übergeben.

Die Heiligkeit des unendlichen Ozeans hindert niemanden daran, ihn als Mülldeponie zu nutzen. Aber Müll - was heißt das schon. Wenn ich hier geboren wäre, dann wüßte ich, daß es das nicht gibt: Müll, nutzlosen Abfall.
Alles hat seinen Platz im ewigen Kreislauf. Wer weiß, vielleicht sieht dieser Müllmann seine Wegwerf Aktion als fromme Tat, als Rückführung nutzlos gewordener Materie in den göttlichen Kreislauf – ein Geschenk an die Götter.

Ich kann mich an diesen lockeren Umgang mit Müll und Elend nicht gewöhnen. Überall riecht es nach verrottenden Abfällen, durchmischt von Kot und Urin.
Überall sammelt sich der Unrat zu Haufen und Bergen, immer wieder durchwühlt von denen, die von Abfällen manchmal noch ein bißchen leben können, Existenz auf niedrigstem Niveau.
Abfall, - Materie, die nichts ist.  - Das ist alles, was wir für die Götter haben: Verendetes, Abgestorbenes, alles, was tot ist. Dinge, die ihren Sinn verloren haben, wertlos gewordenes Sein.

Wenn es ein Gegenteil des Göttlichen gäbe, dann wäre das der Schmutz.
Die besseren Leute, die Paradies Anwärter, wissen, wie wichtig es ist, den Schmutz zu meiden. „Die Kleider der Götter werden niemals schmutzig“ und für den, der ihnen nahe steht, für den gelten strengste Regeln.
In den heiligen Schriften sind 23 Gesetze niedergeschrieben, die allein für die öffentliche Verrichtung der Notdurft gelten. Das dritte dieser 23 Gesetze beschreibt zum Beispiel, welche Orte für die Darmentleerung tabu sind:
Nämlich die Nähe eines heiligen Baumes, das Ufer eines Flusses, ein Teich oder Brunnen, das Gelände eines Tempels, helle Erde und natürlich öffentliche Wege oder Plätze.

Streng sind die Regeln der heiligen Schriften - doch sie gelten nur für die Edlen. Die anderen, die, die weit entfernt von den Göttern leben, die brauchen sich darum nicht zu kümmern. Sie sind frei.

Ein Unberührbarer darf sogar Fleisch essen. Das ist keine Frage der Toleranz, sondern der Entwicklungsstufe. Wer Fleisch ißt, der ist einfach noch nicht so weit. Und wird wohl auch im nächsten Leben nicht aufsteigen. Im Gegenteil, weiterer Abstieg ist möglich. Es droht die Wiedergeburt als Tier.

Wer als Tier wiedergeboren wird, erhält nur den gerechten Lohn für seinen schlechten Charakter.
Es heißt: wer Süßigkeiten stiehlt, wird als Hund wiedergeboren. Ein Milch Dieb ist verdammt zu einem Leben als Krähe. Und wer Korn stiehlt wird zur Ratte.

Je niedriger die Lebensform, desto stärker ihre Bindung an die Triebe.
Tiere sind wie sie sind. Sie können nichts falsch machen. Sie tun nur, wofür sie bestimmt sind. So haben sie die besten Chancen für’s nächste Leben.
Menschen haben es da schwerer: sie können sich entscheiden.

Wenn es stimmt, daß der Einzelne vor allem dem reibungslosen Funktionieren des göttlichen Getriebes verpflichtet ist, dann ist es kein Aberglaube, wenn man sich von den Karten leiten läßt Im Gegenteil: wer den Karten gehorcht, der wendet sich ab von selbstsüchtigen Zielen. Er ist bereit, dem Schicksal zu gehorchen, statt den eigenen Trieben. Er gehorcht dem göttlichen Walten. Einen Zufall gibt es nicht.

Sich von außen leiten zu lassen - und sei es von der Karte, die ein Kakadu bestimmt hat - das beweist einen guten, frommen  Charakter.
Was ich respektvoll Selbstverwirklichung nenne oder Willensfreiheit – so etwas gilt hier nur als Beweis für eine niedrige Gesinnung.

Weiter mit Kapitel 8


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