Das Indische Räderwerk


Wenn Sie selber Filme machen:

sprecher-liste.de
hat sicher die passende Stimme für Ihren Film !

Filmemacher:

Rat und Tat - von der Aufnahme bis zur Postproduktion, von der DVD Kopie bis zur VHS Überspielung finden Sie unter:

Ergo-film.de

Zensurbestimmungen

Und wenn Sie nicht wissen, ob sie das, was sie sagen wollen, auch sagen dürfen -
die deutsche Zensurwirklcihkeit wird ausführlich beschrieben unter

rechtundgerechtigkeit.de

[   ERGOFILM Startseite   ]   {   Film-overview    ]   [   Film Übersicht   ]  

[   Lange Filme online    ]   [   Zeitgeister - kurze Filme online    ]    [   DVD bestellen   ]
  • Indien, Dokumentarfilm, Video online, Das Indische Räderwerk, Kapitel 1-9
Das Indische Räderwerk - Kapitel 6

Sollte der Film beim Abspiel ruckeln, ist Ihre DSL Verbindung zu langsam. Dann wäre es am besten, Sie laden sich hier den vollständigen Film herunter (3,00 €) Oder bestellen Sie bei uns eine DVD
Das Indische Räderwerk
Auszug aus dem Drehbuch - Kap. 6

Die Beamten und Angestellten der Götter kümmern sich um alles. Sie verbrennen Räucherwerk an den bevorzugten Aufenthaltsorten der Götter und angenehme Düfte breiten sich im Empfangssaal aus. Sie nehmen Geschenke entgegen und Bittschriften zur weiteren Bearbeitung. Denn: was ihnen gegeben wird, wird den Göttern gegeben und was sie geben kommt von den Göttern. In ihrem Namen kümmern sie sich um das Wohlergehen der Besucher – Gastfreundschaft im Namen des Hausherrn.

Für die Besucher gibt es Rosenwasser und Blüten, Zuckerstückchen und Kokosnüsse.
Wer mit besonderen Wünschen zur Obrigkeit kommt, der kann mit besonderen Geschenken auch besondere Aufmerksamkeit erlangen. Ein spezielles Parfum, die Haarschleife der kranken Tochter, die schönen großen Lotosblüten und alles was glänzt und glittert.

Die Priester haben alle Hände voll zu tun und eine gute Organisation sorgt für einen reibungslosen Ablauf. Die obligatorischen Kokosnuß Geschenke werden gesammelt und vorbei an den Göttern durch einen Seitenausgang in eine Hütte neben dem Tempel gebracht. Hier werden sie im Akkord geöffnet.
Jetzt werden die halbierten Früchte wieder zurück in den Tempel getragen – als Geschenk der Götter. Genauso, wie die Gläubigen ihre schön dekorierten Geschenke überreichten, so wird ihnen jetzt von den Priestern – im Auftrag der Götter – ein schön dekoriertes Geschenk überreicht  - mit Kokosnüssen und Blumen.
Das Karrussell der Gaben hat sich gedreht.

So viele Mensche, die gehört werden wollen. Da fürchten nicht wenige, mit ihren Anliegen übersehen zu werden. Eine Zusatzversicherung könnte nicht schaden - und das Angebot ist enorm. Rund um den Tempel haben sich unzählige Vermittler angesiedelt, Agenturen und Spezialisten, die zwar nicht direkt am Hofe dienen, aber über geheime Mittel und besondere Kontakte verfügen, um ganz oben für gute Stimmung zu sorgen. Es gibt so viele Möglichkeiten, den Göttern zu gefallen.

Ich fange an diese Menschen um ihren Glauben zu beneiden. In den USA sagt man: „jeder Bürger kann Präsident werden“ aber hier, hier kann jeder ein Gott werden. Alle sind Teil einer mystischen, gemeinsamen Existenz. Und für dieses wahre Sein ist niemand und nichts überflüssig oder sinnlos oder ohne Wert. Niemand kommt also auf die Idee, an sich zu zweifeln: die Frage nach dem Ich, die Sucht nach Selbstverwirklichung - das ist nur eine ferne Psychose - eine europäische Krankheit.

Nachdem man die Heilgenschreine und die Pavillons der Götter besucht hat, nachdem man im Tempel war, nachdem alle Gebete gesprochen und alle Geschenke verteilt sind, beendet man den Besuch mit einer Art Picknick. Das ist Teil des Gottesdienstes, denn hier werden ja die Gaben der Götter verzehrt. Alle sind heiter und entspannt. Sie haben getan, was nötig war. Auch die Götter werden nun tun, was zu tun ist. Die Räder drehen sich und alles ist gut.

Weiter mit Kapitel 7


Impressum