Das Indische Räderwerk


Wenn Sie selber Filme machen:

sprecher-liste.de
hat sicher die passende Stimme für Ihren Film !

Filmemacher:

Rat und Tat - von der Aufnahme bis zur Postproduktion, von der DVD Kopie bis zur VHS Überspielung finden Sie unter:

Ergo-film.de

Zensurbestimmungen

Und wenn Sie nicht wissen, ob sie das, was sie sagen wollen, auch sagen dürfen -
die deutsche Zensurwirklcihkeit wird ausführlich beschrieben unter

rechtundgerechtigkeit.de

[   ERGOFILM Startseite   ]   {   Film-overview    ]   [   Film Übersicht   ]  

[   Lange Filme online    ]   [   Zeitgeister - kurze Filme online    ]    [   DVD bestellen   ]
  • Indien, Dokumentarfilm, Video online, Das Indische Räderwerk, Kapitel 1-9
Das Indische Räderwerk - Kapitel 4

Sollte der Film beim Abspiel ruckeln, ist Ihre DSL Verbindung zu langsam. Dann wäre es am besten, Sie laden sich hier den vollständigen Film herunter (3,00 €) Oder bestellen Sie bei uns eine DVD
Das Indische Räderwerk
Auszug aus dem Drehbuch - Kap. 4

John ist so einer. John ist einer von denen, die die Rolle, die ihnen zugeteilt ist, nicht spielen wollen.

Interview John

Frage: John, wo kommst du her.
Ich komme aus Shanthinagar.
Frage: Und wie habt ihr da gelebt ?
Mein Vater arbeitete dort in einer Stahl Fabrik. Meine Mutter blieb zu Haus. Aber dann wurde das tägliche Leben schwierig. Deshalb begann meine Mutter getrockneten Fisch zu verkaufen. Ich begleitete sie immer. Aber wir verdienten nicht genug. Dann steckten mich meine Verwandten in einen Tee Laden. Dafür bekam ich 35 Rupees. Von dem Verdienst bezahlte ich immer 30 Rupees an meine Mutter und den Rest von 5 Rupees behielt ich für mich.

Eines Tages fragte mich meine Mutter, ob ich irgendwo Geld hätte. Ich hatte aber nichts. Sie dachte ich hätte Geld versteckt. Das  sollte ich ihr geben. Da wurde ich wütend und rannte weg. Ich rannte  zum Busbahnhof. Ich hatte nichts, nur die Khaki shorts, die ich anhatte

Interview mit Ceyed Ali

Ich heiße Cedili.
Wir lebten früher in Coimbatore. Da ist meine Mutter gestorben. Jetzt habe ich eine Stiefmutter. Mit meiner Stiefmutter und meinem Vater sind wir nach  Malapalayam gegangen und wir leben jetzt da. Das ist alles.
Frage: Und warum bist du da weggegangen ?
Es gab dauernd Streit. Nebenan war ein Teeladen. Die Jungs vom Teeladen kamen zu mir und machten Ärger. Da habe ich zurückgeschlagen.
Frage: Wen hast du geschlagen?
Na, die Jungs. Einmal hat mich ein großer Junge richtig geschlagen und meine Beine verletzt. Aber mein Vater schimpfte mich aus und hat mich geschlagen. Ich konnte nicht da bleiben. Da bin ich weggelaufen.

Interview mit Vater

Frage: Wie lange hast du deinen Sohn nicht gesehen
Vater: ungefähr ein Jahr
Frage: Du hast ihn ein Jahr nicht lang gesehen – hast du dich nicht erkundigt oder gefragt, was er macht oder wie es ihm geht ?
Ja, doch, ich habe überlegt, ihn bei meinen Eltern unterzubringen, aber wenn ich das mache und seine Großeltern geben ihm Arbeit, dann haut er wieder ab und ich muß ihn suchen gehen und das kostet Geld. Aber das Geld habe ich nicht. Ich verdiene sowieso sehr wenig. Ich arbeite als Träger. Am Tag verdiene ich 50 bis 70 Rupees, Das reicht gerade mal zum Essen. Deshalb soll er da bleiben, wo er ist.

Interview mit Sozialarbeiter Father Cruz

Meisten wollen die Eltern ihr Kind, nachdem es von zu Hause weggerannt ist, nicht wieder annehmen, weil ein weggelaufenes Kind ihr soziales Ansehen mindert. Vom ganzen Dorf wird das Kind als Schande für5 die Familie betrachtet, so daß die Eltern aus Prestigegründen ihre Kinder ablehnen.
Die Gesellschaft hier verurteilt jeden für seine Fehler – auch wenn sie schon lange zurückliegen. Es gibt kein Vergessen. Wenn die Kinder einmal versagt haben werden sie von den Vorurteilen ihrer Umgebung psychisch und emotional erdrückt ! Es gibt so viele katastrophale Zustände !

Interview Seyed Ali

Frage: Was hältst du von deinem Leben jetzt – bist Du zufrieden oder wünschst du dir ein besseres Leben ?
Seyed Ali: So wie jetzt hier gehts. Wenn ich nach Hause zu den Eltern komme, schlagen sie mich.
Frage: Was arbeitest Du ?
Seyed Ali: Ich arbeite im Teeladen.
Frage: Was ?
Seyed Ali: Ich wasche Gläser ab.
Frage: Ungefähr wie lange dauert die Arbeit ?
Syed Ali: Ich gehe abends um 9 Uhr und morgens 9 Uhr lassen sie mich nach Hause gehen.
Frage: Gehst du nur zur Nachtschicht ?
Seyed Ali: Ja. Morgens komme ich dann hierher und lege mich hin und schlafe.
Frage: Während du Gläser wäschst, woran denkst du dann ?
Seyed Ali: Ich denke gar nichts, nur an meine Arbeit
Frage: Aber fragst du dich nicht manchmal, warum du das machst, warum du hierher gekommen bist ?
Seyed Ali: Wenn es zuviel Arbeit ist, denke ich warum bin ich nur hierher gekommen. Aber wenn die Arbeit einfach ist, bin ich zufrieden.

Weiter mit Kapitel 5

Frage: Was wünschst du dir für deine Zukunft ?
Ich möchte Geld für mein Heim verdienen
Frage: Wie willst du das anstellen ?
Seyed Ali: Ordentlich arbeiten gehen, gut verdienen.
Frage: Was für eine Arbeit, wie willst du gut verdienen.
Seyed Ali: Ich möchte Teeladenbesitzer werden.
Frage:  Ist das alles was du dir für deine Zukunf wünschst.
Seyed Ali (lacht) Nicht so ganz, aber wenn ich Arbeit finde werde ich sie nehmen. Egal was für eine Arbeit.
Frage: Was ist denn das schönste in deinem Leben irgendwelche glücklichen Momente ?
Syed Ali: Ne, sowas gibt’s nicht. --- Ich gehe ab und zu ins Kino. Wenn es schön ist, erzähle ich meinen Freunden die Geschichte weiter.


Impressum