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Viva
Minerva
Ein
Film von Katrin Mehlhop
In den Märchen ist es ein ganz alltäglicher Vorgang:
da verwandelt sich der Frosch in einen Prinzen und aus dem Aschenputtel
wird die Königin. Doch so ganz ohne geht es auch im Märchen
nicht: zuerst müssen allerlei Hindernisse aus dem Weg geräumt
werden.
Für Minerva
war es ganz ähnlich. Es gab eine endlose Reihe von Vorauswahlen
und Endausscheidungen, es wurde geprobt und getanzt, geredet
und geprüft – und dann war es Wirklichkeit:
aus Minerva Caballero Garcia war Minerva I. geworden, Kinderkönigin
des Karneval von Merida.
Merida ist
die Hauptstadt von Yukatan im Süden von Mexiko. Hier beginnt
die Welt der Kariben – und wenn Karneval gefeiert wird,
dann ist das eine wichtige Sache. Minerva weiß, daß sie
hohe Erwartungen erfüllen muß und daß sie eine
wichtige – wenn nicht die wichtigste Person bei diesem
Karneval ist. Sie genießt das Privileg, hoch auf ihrem
königlichen Wagen in einer Wolke von bunten Federn und Pailletten
durch die Stadt zu fahren, umjubelt von ihrem Karnevalsvolk.
Nein, sie sieht
nicht, daß ihre prachtvolle Karrosse ein Reklamefahrzeug
der örtlichen Keksfirma ist. Auch nicht, daß die Arme,
die sich ihr entgegenrecken, lediglich die Plastikperlen und
Kekspackungen einfangen wollen, wenn sie von oben unters Volk
geworfen werden. Und daß kaum jemand aus der fröhlichen
Menge am Straßenrand weiß, daß da gerade sie
vorbeifährt – sie - Minerva die Erste, Königin
von Merida !
Nein, wirklich - auf die Idee würde sie nie kommen.
Filmausschnitt
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